Die aktuellen Unfallzahlen im Überblick
Wer durch eine deutsche Innenstadt läuft, sieht sie an fast jeder Ecke: E-Scooter, abgestellt am Straßenrand oder in voller Fahrt auf dem Radweg. Mit der wachsenden Zahl an Fahrzeugen ist auch die Zahl der Unfälle gestiegen, und zwar deutlicher als viele erwartet hätten. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts registrierte die Polizei im Jahr 2024 insgesamt 11.944 E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden. Im Jahr davor waren es noch 9.425, ein Plus von 26,7 Prozent innerhalb eines Jahres. Blickt man weiter zurück, zeigt sich ein klarer Trend nach oben: 2022 lag die Zahl noch bei 8.260 Unfällen.
Bei den Unfallfolgen ist die Entwicklung besonders bitter. 27 Menschen kamen 2024 bei E-Scooter-Unfällen ums Leben, fünf mehr als im Jahr zuvor. 1.513 Personen wurden schwer verletzt, 11.433 leicht. Betrachtet man ausschließlich die getöteten Personen, waren es 2022 noch 11 Todesfälle, die Zahl hat sich also innerhalb von zwei Jahren mehr als verdoppelt.

Wie gefährlich sind E-Scooter wirklich im Vergleich?
Die Zahlen klingen zunächst alarmierend, verdienen aber eine Einordnung. Insgesamt registrierte die Polizei 2024 in Deutschland 290.701 Verkehrsunfälle mit Personenschaden. E-Scooter-Unfälle machten davon 4,1 Prozent aus. Das relativiert die Schlagzeilen etwas, ändert aber nichts daran, dass die Wachstumsrate bei E-Scootern deutlich über der Entwicklung im übrigen Straßenverkehr liegt.
| Jahr | Unfälle mit Personenschaden | Getötete | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|---|---|
| 2022 | 8.260 | 11 | – |
| 2023 | 9.425 | 22 | +14,1 % |
| 2024 | 11.944 | 27 | +26,7 % |
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)
Die häufigsten Unfallursachen
Interessant wird es, wenn man sich anschaut, welches Fehlverhalten die Polizei bei den Unfällen dokumentiert hat. An erster Stelle steht mit 21,2 Prozent die falsche Benutzung der Straße, also etwa das Fahren auf dem Gehweg statt auf Radweg oder Fahrbahn. Danach folgt Alkohol am Lenker mit 12,4 Prozent, ein Wert, der deutlich über dem Anteil bei anderen Verkehrsteilnehmern liegt. Nicht angepasste Geschwindigkeit war bei 8,0 Prozent der Unfälle die Ursache, Vorfahrtfehler bei 6,2 Prozent.
Auffällig ist auch die Altersstruktur der Verunglückten: 48,6 Prozent der verletzten E-Scooter-Fahrer waren 2024 jünger als 25 Jahre, 82,0 Prozent jünger als 45. E-Scooter sind also überproportional ein Thema für jüngere Fahrer, was auch erklärt, warum viele Unfälle nachts oder am Wochenende passieren.
Diese Regeln gelten 2026 für E-Scooter-Fahrer
Rechtlich gelten E-Scooter nach der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung (eKFV) als Kraftfahrzeuge, auch wenn sich das für viele Fahrer nicht so anfühlt. Wer einen Roller online kauft oder least, sollte die wichtigsten Vorgaben kennen:
- Mindestalter 14 Jahre — jüngere Kinder dürfen keinen E-Scooter im öffentlichen Straßenverkehr fahren.
- Versicherungskennzeichen Pflicht — ohne gültige Plakette drohen empfindliche Bußgelder.
- Radweg oder Fahrbahn nutzen — Gehwege und Fußgängerzonen sind tabu, ein Verstoß kann je nach Bundesland zwischen 15 und 55 Euro kosten.
- Promillegrenze wie beim Auto — 0,5 Promille für erfahrene Fahrer, 0,0 Promille in der Probezeit oder unter 21 Jahren.
- Parken ohne Behinderung — Abstellen auf dem Gehweg ist erlaubt, solange niemand behindert oder gefährdet wird.
So senkst du dein persönliches Unfallrisiko
Die Statistik zeigt deutlich, an welchen Stellschrauben man selbst drehen kann. Wer auf dem Radweg statt auf dem Gehweg fährt, bewegt sich nicht nur legal, sondern auch sicherer, weil die häufigste Unfallursache genau dieser Fehler ist. Wer auf Alkohol beim Fahren verzichtet, entzieht sich der zweithäufigsten Ursache komplett. Und wer die Geschwindigkeit an Straßenzustand und Sichtverhältnisse anpasst, statt die maximal erlaubten 20 km/h dauerhaft auszureizen, reduziert das Sturzrisiko bei Unebenheiten spürbar.
Auch die Wahl des richtigen Modells spielt eine Rolle. Wer sich vor dem Kauf mit den Unterschieden zwischen günstigen und hochwertigeren Elektro-Tretrollern beschäftigt, profitiert oft von besseren Bremsen und stabileren Reifen, zwei Faktoren, die bei vielen Sturzunfällen den Unterschied machen. Ein Blick in unseren Tretroller-Test hilft dabei, ein Modell mit solider Bremsleistung zu finden.
Warum Großstädte besonders betroffen sind
Mehr als die Hälfte aller E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden, konkret 53,7 Prozent, ereigneten sich 2024 in Städten mit mindestens 100.000 Einwohnern. Das überrascht wenig, denn dort ist die Dichte an Leihscootern und privaten Rollern am höchsten, gleichzeitig treffen hier viele unterschiedliche Verkehrsteilnehmer auf engem Raum aufeinander. Wer in einer Großstadt unterwegs ist, sollte also besonders defensiv fahren und mit unübersichtlichen Kreuzungen sowie parkenden Autos rechnen, die die Sicht versperren.
Quellen
- Statistisches Bundesamt (Destatis): 26,7 % mehr E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden im Jahr 2024, Pressemitteilung Nr. N040 vom Juli 2025
- Statistisches Bundesamt (Destatis): Anzahl der E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden, Interaktive Grafik 2025
- Statistisches Bundesamt (Destatis): 65 % aller E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden ereigneten sich 2022 in Großstädten, Pressemitteilung Nr. N028 vom Mai 2023
- ADAC: E-Scooter – Regeln, Bußgelder 2026 plus geplante Neuregelungen
Häufige Fragen zu E-Scooter-Unfällen
Wie viele E-Scooter-Unfälle gab es 2024 in Deutschland?
Im Jahr 2024 registrierte die Polizei laut Statistischem Bundesamt 11.944 E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden, 26,7 Prozent mehr als im Vorjahr.
Wie viele Menschen starben 2024 bei E-Scooter-Unfällen?
27 Menschen kamen 2024 bei E-Scooter-Unfällen ums Leben, fünf mehr als 2023.
Was ist die häufigste Ursache für E-Scooter-Unfälle?
Die falsche Benutzung der Straße, etwa Fahren auf dem Gehweg statt auf Radweg oder Fahrbahn, ist mit 21,2 Prozent die häufigste dokumentierte Unfallursache.
Wie hoch ist die Promillegrenze für E-Scooter-Fahrer?
Für erfahrene Fahrer gilt wie beim Auto eine Promillegrenze von 0,5. Fahranfänger in der Probezeit und Personen unter 21 Jahren müssen sich an 0,0 Promille halten.
Dürfen E-Scooter auf dem Gehweg fahren?
Nein, Gehwege und Fußgängerzonen sind für E-Scooter tabu. Erlaubt sind Radwege, Radfahrstreifen oder die Fahrbahn, wenn kein Radweg vorhanden ist.
Wie groß ist der Anteil der E-Scooter-Unfälle an allen Verkehrsunfällen?
E-Scooter-Unfälle machten 2024 nur 4,1 Prozent aller 290.701 Verkehrsunfälle mit Personenschaden in Deutschland aus.
Wer ist am häufigsten von E-Scooter-Unfällen betroffen?
48,6 Prozent der verletzten E-Scooter-Fahrer 2024 waren jünger als 25 Jahre, 82,0 Prozent jünger als 45 Jahre.